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  Texte, Meditationen und Gebete einer christlich orientierten Psychiatrie/ Psychotherapie
von Torsten Oettinger

INHALT:

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Vorwort

   Ich bin Nervenarzt-Psychotherapeut und will nach jahrzehntelangen Erfahrungen als Psychotherapeut die dabei gewonnenen Erkenntnisse veröffentlichen.
Mit den vorliegenden Texten glaube ich neue Perspektiven und Möglichkeiten in der Psychotherapie aus folgenden Gründen zu eröffnen:
1. Ich gehe von einem neuen Ansatz bei der Betrachtung der Psyche und ihrer Störungen aus.
2. Die gängige Psychologie und Psychotherapie definiert sich, wie ich meine, zu einseitig als Wissenschaft. Diese Selbstbegrenzung der Psychologie führt auch automatisch zu einer begrenzten Therapie. Ich versuche diesen Schwerpunkt von der Wissenschaft zurück ins Leben zu verlagern, das heißt, vor allem das zu beachten, was den Patienten unbedingt angeht – egal, ob es wissenschaftlich erfassbar ist oder nicht. Dazu gehört vor allem Spritualität bzw. Religiosität. Es ist offensichtlich, dass sich dadurch vielfältigere und effektivere Therapiemöglichkeiten ergeben und auch Heilungen, selbst bei Psychosen, eher erreicht werden können.

Unter:
www.metapsychologie-psychologie.de habe ich eine ausführliche  Arbeit  zum Thema `Psychische Krankheiten und ihre Heilungen aus christlicher Sicht´ veröffentlicht. Dort versuche ich wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse aber auch "Glaubenserkenntnisse" und Therapien in größeren  Zusammenhängen - aus christlicher Sicht - umfassend darzustellen. 
Im Abschnitt "Primäre Psychotherapie" finden sich dort auch direkte Hilfen für Patienten , die sich weniger für theoretische Erwägungen interessieren.

MEDITATIONEN

Oberstes Meditationsziel ist der uns unbedingt liebende und erlösende Gott und nicht Wohlbefinden, auch nicht Gesundheit oder gute Taten, auch nicht Glaubensgewissheit oder Glaubensstärke usw. Im Grunde genommen nichts, was sich am Menschen selbst festmacht - außer seinem prinzipiellen Willen zu Gott hin (wenn er ihn erkannt hat). Meditationsziel ist auch nicht ein ferner Gott, der nur angebetet wird und uns nichts gibt, sondern ein Gott, wie er sich in Jesus gezeigt und uns erlöst hat. Dieses letzte, oberste Ziel ist ganz ohne Anstrengungen zu erreichen, aber immer wieder zu erinnern, wenn man klug ist.
Es geht um Erlösung, nicht um Leistungen.
So werden wir zudem manches, das wir zuvor glaubten erkämpfen zu müssen, viel leichter erreichen oder geschenkt bekommen. Nach dem Motto: „Suchet zuerst das Reich Gottes, dann wird er euch mit allem anderen versorgen." (Lk 12,31)
D.h. Versuche, Dich auf die Zusagen Gottes und weniger auf Deine Sorgen zu konzentrieren. Rede mit ihm und Jesus. Danke ihm. Du kannst ihn aber auch beschimpfen und undankbar sein - er ist stark und hält das aus. Er hat das ganze Leid selber durchgemacht.
Seine wichtigsten Antworten auf unsere Probleme sind im Neuen Testament nachzulesen.

Drei Hauptzusagen Gottes

Liebster Jesus! Du machst mir/ uns folgende Zusagen:
1. Zusage: Ich bin immer bei Dir! Und ich helfe Dir!
(nach Röm 8,38; Jos 1, 5a+6c; Mt 28,20 u.a.)
2. Zusage: Du bist unbedingt geliebt! (Joh 16,24 u.a.)
3. Zusage: Du bist schon jetzt erlöst und hast schon jetzt das ewige Leben!; Alles wird gut! (Joh 11,25; Jes 43,1 u.a.) Vertraue mir!
Oder, aus der Sicht des Gesegneten:
Ich bin unbedingt von Gott geliebt! Gott ist immer bei mir!
Ich habe jetzt schon das ewige Leben! Alles wird gut!.
Wegen dieser Zusagen will ich Dir, mein Gott, Dir Jesus, vertrauen und durchhalten.
Ganz kurz (in Not): Liebster Jesus, Du bist immer bei mir, Du liebst mich unbedingt und hast mir das ewige Leben geschenkt.
Ich bin in Jesus gestorben und erlöst.

Autogenes Training und Meditation

Ich bin ganz ruhig - Eine tiefe Ruhe und Gelassenheit erfüllen mich.

Ich ruhe in Gott.
Gott ist immer bei mir.
Gott liebt mich und wird mich immer lieben.
Als sein Kind bin ich von ihm immer behütet.

Meine Arme werden angenehm schwer und entspannt
        (Pause zum Genießen)
Ich
werde ganz ruhig und gelassen
Meine Beine
werden angenehm schwer und entspannt
        (Pause)
Mein ganzer Körper wird angenehm warm und entspannt
        (Pause)


Gottes Geist durchdringt meinen ganzen Körper.
Ich darf mich wie ein satter Säugling fühlen -
behütet und in Gott geborgen.
(Wie ein Säugling nach seiner Mutter schreit, so darf ich aber auch nach Gott schreien).
Ich gebe mich Gott ganz hin.
Mir kann nichts Letztes passieren.
Gott trägt mich durch.
Selbst durch den Tod trägt er mich durch.

Das irdische Leben hat nur eine relative Bedeutung
und kann den Himmel in mir nicht zerstören.
Dieses himmlische und freie Gefühl soll mich immer begleiten.
Ich will es auch im Alltag leben.

Eine heilige Freude soll mich nie verlassen.
Ich darf schwach und fehlerhaft sein
und muss mich nicht selbst erlösen.
Jesus hat mich schon erlöst. Ich bin erlöst.
Ich will diese Erlösung fühlen.
Sie soll meinen ganzen Körper durchdringen.

Wenn ich klug bin, kehre ich immer wieder zu dieser
heiligen Freude und Gelassenheit zurück -
mit meinem Geist, meinen Gefühlen und mit meinem Körper
So wie jetzt, wo ich eine tiefe Ruhe und Gelassenheit empfinde.*
Mein ganzer Körper ist nach wie vor angenehm
warm und entspannt. (Pause)


In meinem Herzen gibt es kein Muss,
keine unbedingten Forderungen an mich oder die Welt.
Ich bin schon - ich muss nicht erst werden.
Ich bin geheiligt, geliebt und erlöst.

Immer darf ich mich so fühlen
 - in jeder Minute, in jeder Lebenssituation.

Die Zusage, dass Gott mich immer liebt und mich immer begleitet, ist unaufhebbar.
Nichts kann das ändern: kein Fehler von mir, kein Versagen, nicht Krankheit, nicht der Tod, auch kein Mensch.
Egal, ob ich moralisch oder unmoralisch, nützlich oder unnütz, fleißig oder faul bin - nichts kann mir die Liebe und Erlösung Gottes nehmen.

Ich glaube, dass ich in Gott versiegelt bin
und mich niemand und nichts von Gott trennen kann.

Ich bin Gottes Ebenbild, gekrönt, einzigartig und einmalig.
Warum sollte ich Minderwertigkeitskomplexe haben?

Durch Christus ist mir alle Schuld vergeben!
Warum sollte ich alte Schuld mit mir herumschleppen?
Ich bin als fehlerhafter Mensch geliebt! Ich darf versagen.
Warum also sollte ich Angst vor Fehlern und Versagen haben?

Ich bin erlöst! Ich bin befreit!
Warum sollte ich Unruhe und Angst haben?

Gott trägt mich durch alles Leid, auch durch den Tod!
Wovor sollte ich mich noch fürchten?

Ich bin gesegnet und erfüllt.
Warum sollte ich neidisch oder süchtig sein?

Gott gibt mir ewige Zeit.
Warum soll ich mich hetzen?

Gott gibt mir Kraft,
deshalb muss ich mich nicht auspowern.

Gott sagt: Mache Dir das Irdische untertan.
Warum also soll ich mich den Dingen unterwerfen?

Ich bin frei von Leistungsforderungen.
Ich wünsche von mir Leistungen, mehr nicht.
Wenn andere unbedingt etwas von mir fordern,
ist das deren Problem.

Ich werfe alle Sorgen auf Gott.
Warum also zu sehr sorgen?
Gott macht das Wichtigste.
Warum sollte ich mir das Leben zu schwer machen?
(Ich kann im guten Sinn leicht-sinnig sein) s. Jesus:
"Nehmt auf euch mein Kreuz... denn mein Kreuz ist leicht!" Mt 11,30

Gottes Liebe bekomme ich geschenkt.
Warum also sollte ich mich aufopfern,
um die Liebe und Anerkennung anderer zu bekommen?

Ich darf wie ein Kind sein.
Warum muss ich immer erwachsen sein?

Mein Gewissen soll mir dienen,
mich aber nicht beherrschen.
Warum also lebe ich nicht befreiter?

Kein Mensch auf dieser Erde steht über oder unter mir -
Warum sollte ich mich Anderen unterwerfen
oder mich über sie stellen?

Nur Gott allein gibt mir die Würde, die ich brauche.
Warum also sollte ich gekränkt sein,
wenn andere Menschen mich verletzen?

Gott wird mich rächen.
Warum sollte ich mich so erniedrigen,
dass ich mich in Jemanden verbeiße?
Warum sollte ich Jemandem
negative Macht über mich einräumen?

Warum sollte ich nicht mein ganzes Leben so verbringen: als Geliebter, Erlöster, Befreiter
 - immer geborgen?

Sobald ich Probleme habe oder Symptome bemerke,
will ich innehalten und mich an all das erinnern.

Ausblick
Ich will morgen...
Ich will in der Zukunft...
Probleme aus dieser Perspektive heraus besehen.
Persönliches Motto:

*Die höhere Gelassenheit von Gott sagt aber auch: „Du kannst es auch zulassen, nicht gelassen zu sein."
Ps. Ich glaube, die Meditationstexte sind für uns am besten, die nichts von uns fordern, sondern die Hauptlösung nicht bei und selbst (=auto), sondern bei einem Anderen (= hetero), am besten bei Gott, suchen. Deshalb würde ich diese Übungen nicht „autogenes“, sondern „heterogenes“ oder noch besser „theogenes Training“ nennen. Wie erwähnt, geht es letztlich um keine vordergründigen Ziele, die wir Menschen erreichen müssten. Alle diese Ziele haben letztlich eine relative Bedeutung und ich habe an anderer Stelle ausführlicher auf die Relativität selbst von Gesundheit und Wohlbefinden und ähnlichen Zielen hingewiesen. So etwa ist es in der Regel zwar gut, wenn wir ruhig sind, manchmal ist aber auch eine „heilige Unruhe" besser. In der Regel. mag es gut sein, wenn wir nachts gut schlafen, manchmal ist es aber besser, wir schlafen nicht, wenn innere oder äußere Gefahren drohen. In der Regel wird es gut sein, im Gleichgewicht zu sein, wenn das Gleichgewicht aber zu teuer geworden ist, ist es besser, dieses Gleichgewicht zu verlieren. In der Regel wird es gut sein, sich sicher zu fühlen, wenn aber diese Sicherheit auf Sand gebaut ist, ist es besser, sie zu verlieren, um eine tiefere Sicherheit in Gott zu finden. Ja manchmal ist es sogar besser zu sterben, wenn etwa das Leben zu qualvoll wird - und „ drüben “ erlöst weiterzuleben.

MEDITATION: Sicherheit, Geborgenheit und Selbstwert

Durch Gottes Zusagen ist jeder Mensch berechtigt, aus folgenden Einstellungen heraus zu leben:

ICH BIN LICHT DER WELT -
    auch wenn ich noch so viele Schatten habe.
ICH BIN SALZ DER ERDE -
    auch wenn ich noch so oft zu lasch bin und nachgebe, wo ich nicht nachgeben sollte.
ICH BIN und bleibe EBENBILD GOTTES und niemand ist mehr wert oder weniger wert als ich -
    auch wenn ich mich noch so oft klein und mickrig mache.
ICH BIN HERR(in) ÜBER DIE SACHEN UND NICHT IHR SKLAVE -
    auch wenn ich mich noch so oft Sachzwängen unterwerfe.
ICH BIN und bleibe wie ein(e) KÖNIG(in) -
    selbst wenn ich mich noch so oft zum Sklaven gemacht habe.
ICH BIN und bleibe GUT GENUG und darf sein, wie auch immer ich bin -
    auch wenn ich noch so schlecht bin.
ICH BIN der/ die GELIEBTE GOTTES -
    selbst wenn er mir tausend Mal egal geworden ist.
ICH BIN ein KIND des HIMMELS, und göttlichen Ursprungs -
    auch wenn ich als Erwachsener versage.
ICH GEWINNE himmlischen Sein -
    auch wenn ich aus irdischer Sicht auf der Verliererstraße bin.
ICH gehöre zu den GERECHTFERTIGTEN - und muss mich selbst nicht rechtfertigen -
    selbst wenn ich ungerecht und böse bin.
Ich gehöre zu den BEFREITEN -
    auch wenn ich mich immer wieder gefangen nehmen lasse.
Ich gehöre zu den GEHEILIGTEN -
    auch wenn ich noch so unheilig lebe.
Ich gehöre zu den UNSTERBLICHEN -
    auch wenn mein Körper einmal sterben wird.

Manche Menschen haben Angst, diese Haltungen könnten sie zum Hochmut verführen. Dagegen spricht:
Hochmut macht sich immer an eigenen Leistungen fest, mit denen man sich über andere Menschen erhebt.
Die o.g. Einstellungen aber sind keine Leistung des Betreffenden, sondern ein Geschenk Gottes für uns, das jeder Mensch annehmen kann.
Wir sollten versuchen, nicht nur Hochmut zu meiden, sondern, vielleicht noch mehr, Kleinmut meiden, unter dem die meisten seelisch Kranken leiden.

MEDITATION: Orientierung und Freiheit

1. Motto: „Ihr sollt vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.“ (Mt 5,48)
2.Motto: „Sündige tapfer, und um so tapferer glaube an die Vergebung Gottes!“ (M. Luther)

Ich will versuchen, so vollkommen zu sein wie Gott - aber ich darf (und werde auch) auch sündigen.

Ich will versuchen, mein Glück nicht von den irdischen Gegebenheiten abhängig zu machen - aber ich darf auch süchtig sein.

Ich will versuchen, authentisch zu sein, aber ich darf auch eine Rolle spielen.

Ich will versuchen, gut zu sein, aber Gott verzeiht mir auch, wenn ich böse und aggressiv bin.

Ich will versuchen, meine Grenzen zu erkennen und zu respektieren - ich darf mich aber auch auspowern.

Ich will versuchen, möglichst nur Dinge zu tun, zu denen ich stehen kann und „Nein" sagen lernen - aber ich muss nicht.

Ich will versuchen stark zu sein - ich darf aber auch schwach sein und versagen.

Ich will versuchen, mich und die anderen Menschen zu lieben - aber ich darf sie oder mich auch hassen.

Ich will versuchen, einfach zu leben - aber ich muss nicht - ich darf es auch kompliziert und schwer machen.

Ich will versuchen, nicht von der Substanz zu leben - ich darf aber auch über meine Kräfte gehen.

Ich will versuchen, die Wahrheit zu sagen - ich darf aber auch lügen.

Ich will versuchen, großzügig zu sein - ich darf aber auch geizig sein.

Ich will versuchen, zu verzeihen (wenn jemand Verzeihung will!) - ich darf aber auch nachtragend sein.

Ich will versuchen, mich nicht zu beweisen oder zu rechtfertigen (wohl aber zu entschuldigen) - aber ich muss nicht.

Ich will versuchen, offen zu sein - aber ich muss nicht, ich dürfte auch verschlagen und hinterlistig sein.

Ich will versuchen, mein Selbstbestimmungsrecht zu wahren - ich darf aber auch fremdbestimmt leben.

Ich will versuchen, von meinen Muss-Haltungen zu mehr Freiheit und Gelassenheit zu kommen -

    ich darf aber auch weiter zwanghaft und krampfhaft leben.

Ich will versuchen, groß und hoch zu denken - ich darf aber auch klein-klein denken und handeln, denn vor Gott bin ich immer groß.

Es gibt noch viel mehr Sinnvolles, was ich versuchen sollte - aber ich muss nichts, auch wenn es günstiger und klüger wäre,
denn Gott verzeiht mir alles, was mir leid tut/ was ich bereue; bzw.:
DENN ALLE DIESE VERSUCHE SIND NICHT DIE VORAUSSETZUNG FÜR GOTTES LIEBE UND SEINE ZUSAGEN!

Kurzmeditation in Angst und Not

Mir kann nichts Letztes passieren.
„Drüben" geht es weiter (im Himmel).
Als Kind Gottes bin ich geborgen.
Entzug aushalten, wenn ich versuche loszulassen.
Erträgliches Kreuz tragen.
Mit Jesus direkt reden. „Liebster Jesus..."
Jesus: „Ich bin immer bei Dir!"
Ich gebe alles an Gott ab. Ich gebe mich Gott hin.
Ich übergebe Dir mein Leben, Jesus!
Dein Wille geschehe!
Eine heilige Freude soll mich nie verlassen.
„Christus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn." Phil 1,21
„Aber alle, die auf den Herrn hoffen, bekommen neue Kraft."
Jes 10,11

Ich freue mich auf den Himmel, wo ich alle Lieben wiedertreffe.
Fürbitten, Solidarität, DANK nicht vergessen
Vaterunser* / Aaron-Segen* / Glaubensbekenntnis
Welche Freude, wenn der Herr mich ruft.
Einfach vertrauen! Ich fürchte mich mit Jesus nicht!
Alle Menschen sterben. Denke an Kinder!
Suche gute Lieder.

„Gott wird dich immer lieben!"
Jesus einfach vertrauen - er lügt nicht.
Du erfüllst mich mit deinem Heiligen Geist,
der erlöst und befreit.
„Es" kann nur vorübergehend Macht über mich gewinnen.
Das Erträgliche ist ein Fest.
Komme, was mag! Gott ist mächtiger!
„Wer im Geist des Glaubens das Geheimnis des Schmerzes durchsteht, der darf eines großen Segens
und einer großen nahen Freude sicher sein." Joh.XXIII.
Liebster Jesus, Du bist immer bei mir, dafür danke ich Dir!
Sobald ich Angst bekomme, rufe ich dich an Jesus.
Kommen Zukunftssorgen, sage Dir:
„Jesus wird dann bei mir sein!"
Jesus: „Wer an mich glaubt, hat schon
jetzt das ewige Leben!" (Joh.) d.h.
Ich bin in Jesus gestorben,bin erlöst und habe schon jetzt das ewige Leben. Ich sterbe ins Leben.
Ich freue mich auf "drüben". Auf die Lieben.
Wenn Du mich rufst Herr, komme ich!
In der größten Not, wenn Dir nichts einfällt, denke oder sage einfach: "Jesus" oder "Gott". Er hilft!



*„Ein nachösterliches Vaterunser“
Das Vaterunser sprach Jesus  vor seinem Tod . Können wir nicht nach seiner Auferstehung auch so beten?
„Unser himmlische Vater! Du bist heilig. Dein Reich ist angebrochen. Dein Wille geschehe überall - wie im Himmel so auf Erden. Du gibst uns unsere tägliche Nahrung. Du vergibst uns unsere Schuld. Du führst uns durch die Versuchung und erlöst uns von allem Bösen/ Übel. Hab´Dank dafür! Auch wir sollen unseren Mitmenschen Gutes tun. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit, Amen.

[Zumindest bei dem üblichen Vaterunser: ... und führe uns durch die Versuchung..., denn Gott ist nicht der Versucher].

*Aaron-Segen: „Der Herr segnet Dich und behütet Dich! Der Herr lässt sein Angesicht leuchten über Dir und ist Dir gnädig! Der Herr erhebt sein Angesicht auf Dich und gibt Dir seinen Frieden." (Num 6,24-26).
(Eigene Übersetzung im Indikativ, die dadurch einen Segen, statt eines Segenswunsches formuliert - wie auch ähnliche Zusagen z.B. Der Herr ist mein Licht und mein Heil..." Ps 27,1).

Meditationen: Tod und Auferstehung

(Die nachfolgenden Sätze sind keineswegs dafür gedacht, sie von oben bis unten durchzumeditieren, sondern bei dem einen oder anderen Gedanken,
der einen anspricht, zu verweilen und sie ggf. durch eigene zu ergänzen oder zu ersetzen).

Der Tod ist ein allgemeines Problem für alle Menschen, nicht nur für dich - auch alle anderen Menschen werden sterben. Was wäre die Alternative zum irdischen Tod? Das ewige irdische Leben? Mit all seinem Leid? Wäre das nicht schrecklich?
Sei froh, dass Du Gott hast. Sei froh, dass Du, wenn es so war, ein recht gutes Leben hattest.
Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Röm.8,28.
Ich will vor meinem Tod noch viel Liebe geben, denn ich bin schon von Gott geliebt, gestorben und auferstanden in ihm. Ich übergebe Dir mein Leben, Jesus. Ich übergebe Dir meine Probleme, meine Schmerzen, meine Krankheiten. Ich übergebe Dir auch meine Liebsten.
Es geht drüben weiter. Ich bin auch jetzt schon drüben (im Himmel).
Mit Gott bin ich bereit zu sterben, um zu leben. Loslassen, sterben in Gott ist gut. Freue dich darüber.
Ich lebe in Gott und will mein Kreuz auf mich nehmen. Mir kann mit Jesus/ in Gott nicht Letztes passieren.
Gott wird nicht zulassen, dass du über deine Grenzen belastet wirst.
Je schlechter es mir geht, umso näher ist Gott mir, denn Gott ist in dem Schwachen mächtig. (2. Kor 12,9)
Liebe das „Sterben“ ( i.d.S. dass es Dich dem Himmel näher bringt). Stirb ´und werde!
Sterben mein Gewinn Mt 10,39/Phil 1,21 (...weil ich dann ganz bei Jesus bin)
Ich bin in Christus schon jetzt gestorben und auferstanden.
Um leben zu lernen, müssen wir auch sterben lernen. Lass die Toten ihre Toten begraben.
„Fürchtet euch nicht! Haltet stand, so werdet ihr sehen, wie der Herr euch heute helfen wird.“ (2. Mose 14,13)
Ich freue mich auf das Paradies/ den Himmel/ das himmlische Leben, die himmlische Heimat. Ich freue mich darauf die Guten wiederzusehen. Z.B. M.L. King, Frere Roger und die Brüder aus Taize´, Jesus, die Gefolterten, Verhungerten, Erschossenen, wie in Sibirien, im Gulag u.a. Gefangenenlagern, die armenischen Christen, die Leidenden in der 3.Welt, die alleingelassenen Kinder, die „kleinen“ guten Leute, meine eigenen Leute...- alle werden wir uns wiedersehen, ohne Leid. Wir sind bald wieder vereint.
Alle müssen sterben. Ich gehe nur voran. Der eine kommt früher, der andere später ans Ziel.
Mit Jesus habe ich es am leichtesten. Jesus stirbt mit mir.
Jesus: Fürchte Dich nicht, ich bin immer bei Dir.
Jesus lügt nicht - also vertraue! Ich gebe mich Dir hin, ich wage es.
Nachdem es, mein Ego, gestorben ist, wird mein eigentliches Leben in Gott aufkeimen.
Ich gebe es auf, es unbedingt aufrecht zu erhalten.
Jedes Sterben meines Ego bringt mich näher zu Gott. Jede Krankheit, jedes Sterben bringt mich der Erlösung näher. Chance der Krisen.
Jesus: Nehmt auf euch mein Kreuz, denn mein Kreuz ist leicht!

Jesus ist mein Erlöser. Eine heilige Freude soll mich nie verlassen. (Joh.XXIII.)
Wohlan mein Herz, nimm´ Abschied und gesunde. (H. Hesse)
Ich will versuchen, dass mein Gottvertrauen größer wird als mein Selbstvertrauen.
Wenn möglich, auch für andere beten.
Nicht mein Wille geschehe, sondern Deiner, mein Gott! (Weil Du besser als ich weiß, was für mich gut ist).
Wenn Dir der Angstgedanke an Sterben und Tod kommt, dann denke gleich weiter an Auferstehung und Erlösung oder denke einfach "JESUS".
Ich will teilweise auf meine relative Kraft vertrauen, auch auf die meiner Mitmenschen - vor allem aber auf die Kraft Gottes.
Kommt nur Tod, Krankheit, Leid, Schmerzen, Abschied - Jesus hat euch alle schon überwunden und wird mich durchtragen.
„Welch eine große Gnade... Immer noch zu seinen Diensten zustehen und sich immer zum Scheiden bereit fühlen...Wie schön und welche Freude, wenn der Ruf einmal kommt! Heimkehren zu ihm und für immer sich seiner Nähe erfreuen." (JohXXIII.)
Immer abrufbereit sein - welche Freiheit. Sich Gott hingeben, anvertrauen.
Heute schon gestorben? „Es“ sterben lassen - um frei zu leben! („Es" = unsere Fixierungen).
Lerne: Leben können und sterben können - trotz Entzugsschmerzen.
Ich bin mit Gott klar: Ich will ihn und er will mich, er liebt mich, ist immer bei mir.
„Wohl mir, dass ich Jesus habe, oh wie feste halt ich ihn, dass er mir mein Herze labe, wenn ich krank und traurig bin. Jesum hab´ ich, der mich liebet und sich mir zu eigen gibet; ach drum lass ich Jesum nicht, wenn mir auch das Herze bricht." (Bach: Jesus bleibet meine Freude).
„Selig ist der Mann, der die Anfechtungen erduldet, denn, nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen.“ Jak 1,12
„Lass dir an meiner Gnade genug sein, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!“ (2. Kor 12,9)
Den glimmenden Docht werde ich nicht löschen, sagt Gott (Jes.42,3). Es geht wieder vorbei. DANKE.
„Die Erlösten des Herrn werden heimkehren. Freude und Wonne werden sie ergreifen." Jes 51,11
Ich will von mir wegkommen. Ich habe ausreichend genug gelebt im Gegensatz zu vielen Anderen, v.a. Kindern, chronisch Kranken, Behinderten, Verfolgten...
   James Graf von Moltke in seinem letzten Brief vor seiner Hinrichtung (1945) an seine Frau:
„Ich kann es nicht leugnen, dass ich mich geradezu in gehobener Stimmung befinde. Ich bitte nur den Herrn im Himmel, dass er mich darin erhalten möge, denn für das Fleisch ist es sicher leichter so zu sterben... Es war wahrlich so wie es in Jesaja 43,2 heißt :`So du durchs Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht sollen ersäufen, und wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen und die Flamme soll dich nicht versengen.´ Dein Mann, dein schwacher, feiger, komplizierter, sehr durchschnittlicher Mann hat das erleben dürfen. Denn Gott vermag sich ganz unmissverständlich zu demonstrieren...”
   Die Krebspatientin Louise schreibt zwei Monate vor ihrem Tod: „Ich habe auch nie Angst vor dem Sterben gehabt, denn ich wusste, ich würde nach Hause kommen, insofern war der Tod ein freundliches, wenn auch nicht schlicht mit dem Verstand zu erfassendes Geschehen. Ich begann, mich auf das zu freuen, was mir bevorstand, denn ich glaube fest daran, dass jeden von uns das ewige Leben erwartet.“
(Aus Anne-Marie Tausch : Gespräche gegen die Angst Rowohlt-Verlag S. 224 )
Der Geist des Herrn wird über dich kommen, da wirst du umgewandelt und ein neuer Mensch werden. (1.Sam 10,6)
   Am Abend vor seiner Ermordung sagte Martin Luther King: „Ich möchte allein Gottes Willen tun. Ich habe hinüberübergeschaut und das gelobte Land gesehen. Darum bin ich heute Abend glücklich. Ich sorge mich um nichts. Ich fürchte keinen Menschen. Meine Augen haben die Herrlichkeit des kommenden Gottesreiches gesehen.“ (Zitiert bei Theo Lehmann).
   Jesus wird uns durchtragen, und wir werden jubeln vor Freude und uns selig in den Armen liegen, wenn wir das Ziel unseres Glaubens erreicht haben und die Tür zur Ewigkeit durchschreiten. (Unbekannt)
~Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bringt es keine Frucht. Joh 12,24.
Diese Welt kann uns nichts anhaben, weil wir durch Christus ewiges Leben haben.
Zurückkehren will ich, wenn ich von den kleinen Toden auferstanden bin, zu meinen leidenden Schwestern und Brüdern.
„Unser Abschied von der Welt bedeutet, dass wir uns von ihrem Geist und ihrem Elend trennen, um mit der Ausübung der Nächstenliebe und der Verkündigung der frohen Botschaft zu ihr zurückzukehren". Joh. XXIII.
„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen - Du bist mein!“ Jes 43,1.
„Der Herr wird mich erlösen von allem Übel und mich retten in sein himmlisches Reich . Ihm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ 2. Tim 4,18
„Leben wir, so leben wir im Herrn, und sterben wir , so sterben wir im Herrn. Ob wir nun leben oder sterben: Wir gehören dem Herrn." (Röm 14,8)
„Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.“ (Psalm 91)
Durch Gott sind wir mit den Lieben, die schon gestorben sind, verbunden.
„Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“ (Röm 8,38+39)
Angelika, ein Mädchen, das an Leukämie erkrankte, zu ihrer Mutter: „Mutti, Gott hat mich schon gefunden und ich habe ihm mein Leben gegeben.“ 

 

„Alphabet- Meditationen" von A bis Z

Einstimmung: Ich ruhe in Gott - eine himmlische Ruhe, Gelassenheit und Dankbarkeit erfüllen mich.
Ich gebe mich Dir hin, mein Gott. Ich vertraue Dir - Deinen Zusagen und Orientierungen.
I
ch lasse Deine Zusagen tief in mich hinein und wirksam werden:

Erste Meditation

A: ich bin allein mit Dir, Abba, mein Gott, von Dir angenommen und aufgehoben. Ich gebe alles an Dich ab (um es wunderbar verwandelt wiederzubekommen!)
     auch: angekommen, auferstanden, angelächelt, aufgerichtet
B: ich bin begleitet, behütet und befreit
    auch: beschützt bestätigt beseelt beflügelt belebt beheimatet beglückt beschenkt beruhigt bewahrt
C: durch Christus
D: durchdrungen von seinem Heiligen Geist, seiner Liebe und seiner Kraft (distanziert vom Diesseits)
   auch: Du bist dauernd da. DANKE!
E: erlöst, erleuchtet und entlastet
    auch: enthoben, erhoben eingebettet erkannt entschuldet
F: voll himmlischen Friedens, himmlischer Freiheit und himmlischer Freude (= die drei himmlischen F)
    auch: freigesprochen, frohgemacht
G: geliebt geborgen gesegnet: auch: gestorben in Dir.
    auch: gerettet getröstet geheiligt getragen gewollt gesättigt gestärkt geführt gerächt gerufen von Dir.
H: Du mein Heiland gibst mir himmlisches Heil / himmlische Heimat
    auch: himmlische Herkunft, himmlischen Geblüts, hinaufgezogen, hinaufgehoben
I: Ich bin immer in IHM (geliebt, befreit, geborgen, begleitet…) Jesus: "Ich bin immer bei Dir!"
    auch: Immer bist DU bei mir, mein Gott/ Jesus. Ich darf Dir sein, wie auch immer ich bin
J: mit Jesus und der Jungfrau Maria, voll Jubel (Jenseits der Welt)
K: ich bin kostbares Kind Gottes, wie ein König
    auch: Gott gibt Klarheit, Ich nehme Dein Kreuz auf mich - es ist ein kleines Kreuz. (Mt 11, 28)
L: voller Leben, Licht und Liebe (in Liebe, Licht und Leichtigkeit)
    auch: leicht, licht und lebendig bin ich in ihm, losgelöst, voll Lebenskraft
M: mühelos wie Maria Magdalena oder: mit meiner Mutter Maria
    auch: in seiner Mitte, wie im Mutterschoß bin ich in ihm,
N: Ich bin in Gott neugeboren und nichts und niemand kann mich von ihm trennen
    auch: Ich bin in Gott neugeboren und nun niemals alleine. Auch: Nestwärme
O: 3 mal ohne: ohne Angst, ohne Sorgen, ohne Schuld
    auch: offen orientiert offenbart, ohne Fixierungen; offenes Paradies
P: wie im Paradies, persönlich gemeint, privilegiert
    auch prächtig, wie eine Perle bin ich in ihm, potenziert, Perspektive; Persönliche Gespräche mit Jesus s.u.
Q: Ich trinke an den 3 Quellen, der Quelle der Liebe, Quelle des Glaubens und Quelle der Hoffnung
R: 3x in Ruhe: in der Ruhe des Geistes, in der Ruhe der Seele und in der Ruhe des Körpers
    auch: In der Ruhe mit Gott, in der Ruhe mit mir und in der Ruhe mit den Anderen
S: voll sicherer stiller Seligkeit, Sinn, Jesus „Seil in den Himmel"
    auch: Ich bin schwach, Du aber Jesus bist stark in mir. Ich liege in Deinen Armen wie ein satter Säugling.
T: voller Trost ohne Tränen, ohne Tod/ oder: tiefe Freude, tiefes Glück, tiefe Seligkeit
    Er wischt meine Tränen weg. Er hat den Tod überwunden, ich bin (im Kern) transzendiert.
U: unantastbar unverletzbar unsterblich im Geist/ in Gott
    auch: unsterblich durch Ihn
V: versiegelt mit Gott, verwurzelt in ihm, versöhnt mit ihm.
    auch: verklärt verbunden vereint versöhnt verewigt vollendet verbrüdert
W: voll Weite, Weile, Wonne, Würde
    auch: wachgeküsst. Ströme lebendigen Wassers kommen durch ihn. Welt ist zweitrangig.
Z: voll Zärtlichkeit Zuversicht voller Zusagen
    auch: ewige Zeit, ohne Zwang.


Zweite Meditation

Abba, lieber Vater, ich vertraue mich Dir an.
„Unser Abschied von der Welt bedeutet, dass wir uns von ihrem Geist und ihrem Elend trennen, um mit der Ausübung der Nächstenliebe und der Verkündigung der frohen Botschaft zu ihr zurückzukehren." Joh. XXIII.

„Selig ist der Mann, der die Anfechtungen erduldet, denn, nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen.“ Jak 1,12
„Habt keine Angst! Vertraut Gott und vertraut auch mir!“ Joh 14,1 (~ Gute Nachricht= GN)
Jesus Christus: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“ Joh 11,25
Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Röm 8,28.
Christus ist mein Leben und sterben mein Gewinn Mt 10,39/Phil 1,21 (...weil ich dann ganz bei Jesus bin).
Nicht mein Wille geschehe, sondern Dein Wille, mein Gott (aus Vaterunser Mt 6,9-13).
Den glimmenden Docht werde ich nicht löschen, sagt Gott (Jes 42,3).
„Seht auf und erhebet eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht !“ Lk 21,25
„Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.“ (Psalm 91)
„Alles, was ihr vom Vater in meinem Namen, unter Berufung auf mich, erbittet, wird er euch geben!“ Joh 15, 16 (GN)
„Jeder der an ihn (Jesus) glaubt, wird nicht verlorengehen, sondern wird das ewige Leben haben.“ Joh 3,14 (GN)
„Ich gebe Ihnen (meinen Schafen) das ewige Leben und sie werden niemals umkommen.“ Joh 10,28 (GN)
„Jetzt seit ihr voller Angst und Trauer. aber ich werde euch wiedersehen. Dann wird euer Herz voll Freude sein , diese Freude kann euch niemand nehmen.“ Joh 16,22 (GN)
Fürchtet euch nicht! Haltet stand, so werdet ihr sehen, wie der Herr euch heute helfen wird.“ (2. Mose 14,13)
„Leben wir, so leben wir im Herrn, und sterben wir , so sterben wir im Herrn. Ob wir nun leben oder sterben: Wir gehören dem Herrn." (Röm 14,8)
„Der Geist Gottes des Herrn ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden die gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkünden den Gefangenen die Freiheit... zu trösten alle Trauernden.” Jes 61 1,2
„Unsere Heimat aber ist im Himmel! Phil 3,20
„Suchet zuerst das Himmelreich, dann wird euch Gott mit allem anderen versorgen." (Lk 12,31)
Jesus: „Ihr werdet leben, weil ich lebe!“ Joh 14, 18 (GN)
„Der Herr wird mich erlösen von allem Übel und mich retten in sein himmlisches Reich.“ 2. Tim 4,18
Jesus: Fürchte Dich nicht, ich bin immer bei Dir.
„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht zurückgestoßen.“ Joh 6,37 (~L)
„Ich habe meinen Geist auf meinen Knecht gelegt, dass er die Wahrheit unter die Völker hinaustrage.“ Jesaja 42,1
„Ich aber bin gekommen um ihnen (meinen Schafen) das Leben zu geben, Leben im Überfluss.“ Joh 10, 10 (GN)
„Mache dich auf, werde Licht; denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir gehet auf der Herr und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ Jes 60 1,2
Je schlechter es mir geht, umso näher ist Gott mir, denn Gott ist in dem Schwachen mächtig. (2. Kor 12,9)
„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen - Du bist mein!“ Jes 43,1.
Der Geist des Herrn wird über dich kommen, da wirst du umgewandelt und ein neuer Mensch werden. 1.Sam 10,6
„Lass dir an meiner Gnade genug sein, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!“ (2 Kor.12,9)
„Wer an mich. glaubt … von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“ Joh 7,38 (L)
„Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“ (Röm 8,38+39)
Jesus: „Wer mein Wort hört und glaubt dem , der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.“ Joh 5,24 (L)
„Unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe." (Psalm 57,2 „Euer Vater weiß, was ihr braucht, ehe ihr darum bittet.“ Mt 6,8?
Jesus: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Joh 14,6 (L)
~Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bringt es keine Frucht. Joh 12,24
„In der Welt habt ihr Angst , doch seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Joh 16,33 (L)
Der Eine kommt früher, der Andere kommt später ans Ziel.

Alle Meditationen Torsten Oettinger. Erstveröffentlichung 2/02



Erst A dann B  („abgeben und gewinnen")

Viele Menschen leben nach einer ungünstigen Strategie. Diese lautet: „Erst B* dann A."
Was ist damit gemeint? Die meisten von uns sind so erzogen, dass wir erst bestimmte Bedingungen (B) erfüllen müssen, bevor ein Akzeptanzgefühl (A) der eigenen Person auftritt. „B" steht für Bedingungen, „A" für Akzeptanz. [A´ könnte man aus religiöser Sicht auch formulieren als Annahme der Zusagen Gottes an uns. B* kann auch für `Bemühungen´, `Bearbeitung´ oder `Belastung´ stehen.]
Bevor die Person sich in ihrer Haut wohl fühlen darf, ja bevor sie das Gefühl haben darf, sie habe überhaupt das Recht zu existieren, muss sie irgendetwas geleistet haben. Die Erfüllung irgendwelcher Vorbedingungen ist dann das Erste und Wichtigste - die Person selbst das Zweite, weniger Wichtige.
Man kann das symbolisch so darstellen:

    Das linke Symbolbild zeigt, wie der an sich erste und wichtigste Schritt (A) an der zweiten, weniger wichtigen Stelle und an seiner Stelle das an sich Zweitrangige (B*) steht. Rechts steht, parallel dazu, im Kern der Person nicht A, sondern B*. Der Betreffende lebt also aus einer zweitrangigen Mitte, bzw. versucht, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. Wen wundert es, wenn er stolpert. Er rennt quasi der Akzeptanz seiner Person dauernd hinterher. Er muss sie immer erst erringen, bevor er sich, kurz nur, als wertvolle, mit sich identische Person erleben darf. Das rechte Symbolbild zeigt uns auch, dass diese Person auch nicht „rund" läuft, nicht in sich ruht. Sie eiert. Die Ursache dafür liegt, wie an anderer Stelle genauer beschrieben, in einer Verabsolutierung von etwas Relativem, die Fremd-Selbsts mit zwei oder mehreren Mittelpunkten entstehen lässt, um die das Ich eiert.
    Jede Person hat aber, ohne irgendwelche Vorbedingungen, nicht nur Existenzberechtigung, sondern auch Anspruch auf weitere Zusagen an das Selbst, deren wichtigste vorbedingungsloses Selbstwertgefühl, Einzigartigkeit, Selbstbestimmungsrecht und innerer Frieden sind.
Wir sind klug, wenn wir nach dem Motto: „Erst A, dann B" leben. Wenn wir sowohl als prinzipielle Lebensstrategie als auch im Alltag davon ausgehen, dass wir wertvoll, einzigartig, liebenswert und (im Kern) frei sind und uns immer gut genug, uns immer wohl in unserer Haut fühlen dürfen. Das alles als Erstes - also noch bevor wir irgendeinen Finger gekrümmt haben. Wir sind klug, wenn wir sehen, dass diese Grundrechte auch dann nicht erlöschen, wenn wir im `B-Bereich´ die gravierendsten Fehler machen.
Religiös würde man formulieren: Immer bleiben wir Gottes Ebenbild oder sein Kind. Immer sind wir von ihm geliebt - es sei denn, dass wir es prinzipiell nicht wollen. Wir sollten so in unserem Herzen ein Stück Himmel bewahren. Wenn wir als Erstes nach dem Himmelreich strebten, so fiele uns alles andere von selbst zu, so lautet eine Verheißung.
Es ist das alte, krankmachende Muster, wenn wir unsere Person von der Erfüllung dieser oder jener Bedingungen abhängig machen. Wir sind dann, wie a.a.O. geschildert, Diener dieser Dinge oder Personen. Solange wir sie erfüllen, lassen sie es gnädig zu, dass wir, stolz darauf, es erreicht zu haben, uns, meist kurz nur, wohl fühlen. Erfüllen wir ihre Anforderungen jedoch nicht, dann kommt die Strafe automatisch und unbarmherzig. Gelingt es uns nicht, diese ungünstige Grundhaltung prinzipiell zu ändern (was nicht bedeutet, wir müssten sie permanent praktizieren), so werden uns die bestimmenden Dinge oder Personen aussaugen. Sie werden uns ganz langsam das Leben nehmen, denn wir sollen, aus ihrer Sicht, für sie funktionieren und nicht sie für uns.

Es wäre also klug, keine Forderungen an sich und die Welt zu haben. Könnte man diese lassen, wäre man gelassener. Das, was ich nicht lassen kann, nimmt mir die Gelassenheit. Loslassen oder locker lassen führt zur Gelassenheit.
[Zwischenbemerkung: In der entsprechenden Literatur findet man meist diesen Begriff des "Loslassens". Ich finde es aber besser vom „Abgeben" zu sprechen. Warum? Wenn ich etwas loslasse, dann bleibt offen, wohin ich es abgebe. Es verschwindet irgendwohin. Vielleicht ins Unterbewusste? Ich weiß nicht, was es dort macht. Außerdem ist es mir ja wichtig, auch wenn ich es zu wichtig genommen habe. Ich denke, es ist günstiger für uns, wir das, was wir nicht bewältigen können und was uns krank zu machen droht, an Gott abgeben in der Hoffnung, dass es bei ihm gut aufgehoben ist.]
Ob wir es nun loslassen oder an Gott abgeben, es ist nicht leicht, die alte Erst-B-dann-A-Strategie aufzugeben, denn man muss erst das B* (die Forderungen, die fixierten Erwartungen usw.) „sterben" lassen, um das A an die erste Stelle zu bekommen. „Sterben" heißt, von Fixierungen freimachen. Denn sobald man sich Fixierungen, also falschen Unbedingtheiten unterwirft, kommt man in die „Erst-B*-dann-A-Fehlstrategie". Dann müssen erst die eigenen oder anderen Erwartungen erfüllt werden, dann erst ist es, ist man gut.

Wir sollten aber Wünsche an uns und die Welt haben. Wünsche können, Fixiertes muss erfüllt werden.
Am besten wird man leben, wenn man alle +Wünsche, aber keine Forderungen an sich und die Welt hat.

    So stehen sich zwei unterschiedliche Lebensstrategien gegenüber:
•    AB-Strategie: Ich habe keine Messlatte und gehe davon aus, dass B Null sein darf. Ich erlebe alles über Null positiv.
Ich lasse die Messlatte am Boden und springe, so hoch ich will.
•    BA-Strategie: Ich oder die Welt muss bestimmte Bedingungen erfüllen. Ich lege die Messlatte auf eine bestimmte Höhe.
Nur die Erfüllung dieser Bedingungen ist positiv. Alles, was darunter ist, ist dann negativ.

                               

Abb. Die zwei Arten des „Hoch-Springens":
Auf dem linken Symbolbild arbeitet der Springer mit einer fixierten Messlatte. Er legt sich auf eine bestimmte Höhe fest. Schafft er diese Höhe, dann hat er ein sehr starkes positives Gefühl, schafft er die Höhe nicht, ein stark negatives Gefühl (Schwarz-weiß-Muster).

A
uf dem rechten Symbolbild lässt der Springer die Messlatte auf Null. Auch er versucht, so hoch zu springen, wie er kann, ist aber auf keine bestimmte Höhe festgelegt. Er hat so weder Kick noch Frust und langfristig die besten Karten die gewünschten Leistungen zu erreichen. Anders formuliert: Ohne Messlatte über uns, öffnet sich der Himmel über uns - und gleichzeitig werden wir besser geerdet, weil wir nicht auf eine bestimmte Höhe fixiert sind.

Wenn Menschen etwas Falsches machen, denken sie oft: „Ich muss es richtig machen" - sie denken zu selten: „Ich darf es falsch machen, will aber versuchen, es richtig zu machen."

Man sollte sich die Frage stellen: „Was hindert mich eigentlich daran, mich jetzt und immer im Kern wohl und wert zu fühlen, selbstbewusst und frei aufzutreten?" Was uns hindert, werden die Dinge oder Personen sein, die man über sich bestimmen lässt, weil sie absolute Bedeutung gewonnen haben - zum fremden Absoluten oder Es* geworden sind. Man sollte ihnen gegenüber nur eine relativ verpflichtende Position einnehmen. Bei auftretenden Problemen sollte man sich sagen: „Erst A-Position einnehmen, dann B versuchen!".
Für religiöse Menschen bedeutet das, die Zusagen Gottes an uns an die erste Stelle und die eigenen Versuche an die zweite Stelle zu setzen. Primär und zuerst wäre so das Gefühl, ohne Vorbedingungen, zu jeder Zeit geliebt, wertgeschätzt und in der Tiefe geborgen zu sein. Sekundär, wenn auch wichtig, die eigenen Versuche, das Leben zu meistern. „Wer sich ans Leben festklammert, der wird es verlieren. Wer es aber um meinetwillen verliert, der wird es neu geschenkt bekommen." Mt 10,39

    Meist sind wir von mehreren falschen Absolutheiten (FA) abhängig. Sie suggerieren uns, wir müssten oben sein, bei 100%. Nur dann ist es gut, nur dann fühlen wir uns wohl. Erfüllen wir aber ihre Anforderungen nicht, so lassen sie uns fallen. Wir bekommen gnadenlos ihre schwarze Seite zu spüren.

Die Abb. zeigt eine Fixierungsstelle. Die Person lebt und beurteilt sich von ihrer eigentlichen Mitte, ihrem Selbst, sondern von einem Fremd-Selbst (*) her.  Erst ein Prozess des „Sterben"-Lassens
(dargestellt durch den Pfeil) des als unbedingt erlebten Fremd-Selbst, der die Fixierung löst
und eine freiere, selbstbewusstere Position schafft - eine Art Auferstehung.
Die Person lebt nun wieder aus ihrer Mitte, aus dem Selbst und aus Gott.

Entweder sind wir wieder brav und folgen ihnen weiter oder wir versuchen, von ihnen loszukommen. Leider ist dieser Weg äußerst schmerzlich, denn er verlangt das Loslassen, das „Sterben", das Relativieren von etwas, das wir eben als unbedingt oder gar wichtiger als unser Leben ansahen - auch wenn wir ahnten, dass es nur ein Ersatzleben in diesem Abhängigkeitsbereich war. Oft ist es für uns leichter, abhängig, fremdbestimmt und krank zu bleiben, ja sogar sich selbst zu töten, als seine fremden Absolutheiten sterben zu lassen. Erst das zunehmend große Leid durch die Fixierung treibt uns dazu, etwas gegen sie zu unternehmen.
    Wir sind in einem Dilemma: Führen wir das Ersatzleben weiter, so werden wir sterben - wollen wir frei leben, so müssen wir auch etwas „sterben" lassen. Wir haben die Wahl zwischen zwei Arten des Todes und Lebens. Das Ersatzleben richtet uns meist langsam zugrunde. Es ähnelt einem Drogenleben. Wir mögen zeitweise ganz high sein, langfristig jedoch leben wir ein Ersatzleben und sterben einen Ersatztod. Einen Tod, den wir so nicht sterben müssten. Wir sind klug, wenn wir lieber unsere Fixierungen, unsere falschen Götter sterben lassen, als uns. Unsere Fixierungen etwa, immer perfekt und gut sein zu müssen, unser fixiertes Sicherheits- und Ordnungsdenken, unsere unbedingten Ansprüche auf Gesundheit und Wohlergehen, auf äußeres Glück und Erfolg, ja letztlich die fixierten Erwartungen, wie wir und die Welt überhaupt sein müssten. Erst dann wären wir frei, das Leben ohne (krankhafte) Angst zu leben. Am besten wäre es, wir könnten alle diese sinnvollen `Tode´ unserer Fixierungen schon sterben, bevor wir an ihnen zugrunde gehen. Es geht um jenes „stirb´ und werde" (Goethe), um den Gewinn eines solchen `Sterbens´ (Paulus), um jene `Kapitulation´, wie es die Anonymen Alkoholiker nennen, die uns ein eigentlicheres, freieres Leben eröffnet. Oder um jenen Abschied vom Fixierten den Hermann Hesse so beschrieb: „Wohlauf mein Herz nimm´ Abschied und gesunde!"
AB kann so auch für Abschied und Befreiung stehen.

Symbolisieren wir das Gemeinte in die genannten Schritte, so können wir das Angestrebte so darstellen:


Das B* vor dem A sollte zudem nicht umsonst „sterben", sondern damit es als B selbst erst richtig leben kann. Richtig leben kann es erst nach A bzw. auf der Grundlage von A. Es geht also nicht gegen B (unsere Wünsche, unsere Leistungen usw.), sondern es geht auch für B. Wir werden das Irdische doppelt und dreifach haben, wenn wir uns davon nicht auffressen lassen.

Wir werden das Himmlische (A) und das Irdische (B) haben, wenn wir dem Himmel Priorität geben. Wie heißt es doch? „Suchet zuerst das Reich Gottes, dann wird er euch mit allem anderen versorgen." (Lk 12,31). Wirr werden das Himmlische (A) und das Irdische (B) haben, wenn wir dem Himmel Priorität geben.[1]
Wir werden umso stärker sein, wenn wir Gott, den Allmächtigen, in unser Inneres, in unsere Mitte lassen. Schwächer werden wir aber sein, wenn wir unsere innere Stärke nur von aus uns selbst oder anderen Menschen beziehen. Wenn wir Es* nicht richtig sterben lassen, werden wir umso weniger leben. Man stirbt nur halb und lebt nur halb. Man hat Angst zu sterben. Wer nicht richtig sterben kann, kann auch nicht richtig leben. Das Ego sterben lassen, damit das Ich leben kann. D.h. auch: Wenn irdische Probleme behandelt und optimal gelöst werden sollen, sollten sie relativiert und das eigentliche Absolute (Gott) absolut gesetzt werden. (s.Therapie a.a.O.) An uns sollten wir deshalb keine unbedingten Anforderungen stellen, nur Wünsche haben.
Können es die Menschen alleine schaffen, die fremden Absolutheiten bzw. Es* zu relativieren bzw. das Ich mit seinen Leistungsfixierungen loszulassen? Vielleicht ein Stück. Letztlich aber kann der Mensch nur durch Gott sich und die Dinge loslassen, ohne sich und die Dinge zu verlieren.
Wir setzen dem Loslassen, dem `Sterben’ aber Widerstand entgegen, denn wir wollen nicht `sterben´, d.h. eigentlich: Es* nicht sterben lassen, das wir aber für unser Selbst halten. Deshalb ist es auch kein wirkliches Sterben, obwohl wir es so empfinden. Wenn ich mich mit dem fremden Absoluten identifiziere, dann werde ich Es* und dann bekomme ich das Gefühl, ich stürbe, wenn ich Es* sterben lasse. Weil ich mit dieser Fehlidentifizierung Es* wichtiger nehme als mich selbst, dann ist es eine logische Konsequenz, wenn ich im Extremfall lieber mich umbringe als mein Es*. Es geht so um ein Relativieren von etwas Relativem, das in uns aber absolute Bedeutung gewann. Es ist der Versuch, das Leben zu umarmen, aber nicht zu umklammern.
D.h. auch: Symptome oder Krankheiten nicht absolut nehmen. Erst Symptome zulassen, noch besser: Gott überlassen, dann etwas dagegen versuchen.
Hinweis: Es ist normal, dass wir meist mit irgendwelchen Fixierungen durch irgendwelche Es* leben. Nur manchmal werden diese zu teuer. D.h. auch: Locker- oder Loslassen ist kein unbedingtes Muss (wie nichts, was sich am Menschen festmacht). Wie gesagt: Noch „stärker" als `loslassen´ oder `lockerlassen´ der unbewältigten Probleme ist, diese an Gott abzugeben.

[1] Das gilt nicht nur für prinzipielle Lebenseinstellungen, sondern auch für ganzeinfache Beispiele aus dem Alltag: Wenn ich als Mann beispielsweise unbedingt potent sein muss, fördere ich Impotenz; Wenn ich dazu erzogen bin, alles richtig undflüssig zu sagen, wird das Stottern provozieren; Wenn ich etwas, was mir sehr wichtig ist, krampfhaft versuche zu erinnern, werde ich es eher nicht erinnern usw.Erst das Lockerlassen, das Relativieren d.h. in unseren Fällen, impotent sein zu dürfen, sich auch versprechen dürfen, auch vergessen dürfen. usw. lässt unsdas gewünschte Ziel eher erreichen.
© T.Oettinger 2000/ 2012

„Christliche“ Einseitigkeiten und Fehlinterpretationen

[Diesen Abschnitt habe ich aus meiner Veröffentlichung: www.metapsychologie-psychologie.de übernommen].

Stichwortartig meine Meinung zu einigen Punkten:[1]
• Wie alle Menschen, so blenden auch Christen gerne bittere Wahrheiten aus oder verabsolutieren oder verfälschen gar das Eine oder Andere. Die Motive dafür reichen von Angst bis Überheblichkeit und sind allemal menschlich. Kirche selbst neigte schon immer dazu, Anpassung und Moral oder sich selbst zu verabsolutieren. Protestanten überbetonen Leistung, Freikirchler buchstabengetreues Bibelverständnis und Bekehrung und Christen neigen ganz allgemein dazu, sich für andere aufzuopfern und die Selbstliebe zu vernachlässigen.
Ich selbst habe erst nach Jahrzehnten einmal eine Predigt über den Sinn der Selbstliebe gehört, aber wahrscheinlich hunderte andere darüber, dass wir zu wenig für die Mitmenschen tun. Der ideale Christ, so scheint manchmal die einengende oder gar bedrückende Botschaft zu sein, muss fromm, fleißig, altruistisch, moralisch, brav und etwas asexuell sein und er darf auf keinen Fall aggressiv oder gar böse sein. Die Reihe der Vorschriften hat sich, soweit ich das beurteilen kann, zum Glück reduziert. Wahrscheinlich auch deshalb, weil die Menschen aus der Kirche austraten, weil die verkündete Botschaft oft eine belastende und keine frohe und freie mehr war.
• Häufige irrtümliche Einstellung in christlichen Kreisen: Viele Sünden sind verzeihbar, nur nicht die absichtlich begangenen. M.a.W., das unbewusst Böse ist verzeihbar, das bewusst Böse nicht.
• Manche glauben, jeder Böse käme in die Hölle, weil Kirche es manchmal so gelehrt hat - aber Jesus  starb für die Sünder und der erste Mensch, dem er den Himmel versprach, war kein Guter, sondern ein Verbrecher, der, der mit ihm am Kreuz hing und ihn anrief. (Ähnlich das Gleichnis vom verlorenen Sohn).
• Kirche wird mit Gott gleichgesetzt bzw. Kirche mit Religion verwechselt.
• Christentum wird mit Humanismus und Pazifismus gleichgesetzt. Christentum ist zwar humanistisch und friedfertig, verabsolutiert diese Werte jedoch nicht. Deshalb können auch die „bösen" und aggressiven Anteile der Menschen integriert werden.
• Missverständnisse bei manchen Begriffen wie: `Demut´, `Selbstlosigkeit´, `Selbstaufgabe´ (s.a. Abschnitt über das Selbst).
• Nachfolge wird als Unbedingtheit angesehen.
• Der Glaube an Gott wird verabsolutiert. (Auch durch Luther?). Oder der Glaube an Gott wird zu einer Leistung gemacht. Ich persönlich glaube, dass der prinzipielle Wille zum Guten hin das menschliche Absolute darstellt. (S. auch Abschnitte „Wahlabsolutes“ und „Primärtugend“).
• Man versucht, Gott zu beweisen, weil seine Glaubwürdigkeit nicht ausreichend erscheint.
• Wenn man nur richtig glauben und genug beten würde, würden alle guten Wünsche in Erfüllung gehen (Gesundheit, keine Kriege usw.) „Wer krank ist, glaubt nicht richtig.“
• Manche sagen: „Gott ist für uns gestorben“ - oder gar „Gott hat seinen Sohn für uns geopfert - damit wir leben." Missverständliche Auffassungen, denn weder hat Gott Selbstmord begangen, noch hat er Jesus umgebracht. Ich glaube, beide leben noch.
• Der Glaube, Gott regele alles. Dazu der Witz: Ein Mann kann nicht schwimmen und fällt ins Wasser, da kommt ein anderer und sagt: „Komm ich helfe dir heraus“. Der Mann im Wasser lehnt dankend ab, und sagt: „Gott wird mir schon helfen." Dann kommt ein Polizist und bietet ebenfalls seine Hilfe an. Der Nichtschwimmer erneut: "Gott wir mir schon helfen, er lässt mich nicht im Stich". Zu guter Letzt kommt ein Spaziergänger und bietet auch seine Hilfe an, doch der Mann im Wasser lehnt dankend ab und ertrinkt. Später im Himmel klagt der Mann Gott an: „Gott warum hast du mir nicht geholfen?“ Gott: „Ich habe dir doch dreimal Jemanden geschickt, der dir helfen sollte, aber du wolltest ja nicht!"
• Jesus könne man nur unter Bedingungen verstehen. Etwa, dass man richtig glaubt, dass man das Alte Testament kennt usw.
• Inflation des Begriffs `heilig´: Von vielen Christen wird manches für heilig gehalten, was höchstens von Gott geheiligt wurde, aber von sich heraus nicht heilig ist, wie etwa: Heiliges Land, heiliges Volk, heilige Menschen, heiliger Vater (Papst), heilige Schrift usw.
• Die Bibel wird (wie der Koran) wörtlich genommen (Biblizismus). Damit zusammenhängend:
• Alle Bibelstellen werden gleich wichtig angesehen: Altes und Neues Testament, die Evangelien und die Briefe usw. Ich habe wenig Zweifel, dass Paulus sich „das Hemd zerreißen“ würde, wenn man seine Aussagen mit denen von Jesus gleichsetzte. Die Reihenfolge der Glaubwürdigkeitskriterien ist für mich folgende: Liebe bzw. Heiliger Geist > Neues Testament (Aussagen über und von Jesus in den Evangelien) > Erfahrung > Vernunft > Paulus und andere Briefe > Altes Testament.[2]
Die Kirche wagt nicht, einige fragwürdige Bibelstellen, die Jesus zugeschrieben werden, zu korrigieren, obwohl sie seiner sonstigen Botschaft eindeutig widersprechen und schon immer Stein des Anstoßes waren. Es geht vor allem um vier Stellen im Matthäus-Evangelium (Mt 8,12; 18,8ff; 22,13; 25,41) und Lukas 19,27, die Drohungen und keine Aussagen im Sinn einer Liebe sind. [3] Ebenso fehlt, wie erwähnt, eine eindeutige Distanzierung von solchen, viel häufigeren Schriftstellen des Alten Testaments.
• Manche nennen sich Christen und missbrauchen seinen Namen. Im Namen „Gottes“ wird dann Krieg geführt, Menschen unterdrückt usw. Leider wird häufig nicht bedacht, dass der Wolf im Schafspelz ein Wolf und kein Schaf ist und nicht jeder der sich Christ nennt, auch Christ ist. Wie oft hört man das Argument, die „Christen“ hätten die Kreuzzüge, die Inquisition usw. zu verantworten. Aber solche „Christen“ können sich nicht auf Jesus berufen, der sogar zur Feindesliebe aufrief, während in manchen Religionen Gewalt gegen Feinde und `Ungläubige´ durchaus nicht ausgeschlossen wird.
• Alleinvertretungsanspruch in dem Sinn, dass nur im Christentum Gotteserfahrung und Wahrheit zu finden seien. Oder: Erlösung gäbe es allein im Glauben an Jesus Christus. Im Gegensatz dazu: Alle Religionen seien gleichwertig (theologischer Pluralismus).
Ich persönlich habe allerdings im Christentum am meisten Liebe gefunden. (Das entspricht etwa der Haltung der `inklusivistischen Theologie´).



[1] Dabei verzichte ich aus Platzgründen auf sicher auch notwendige Kritik an den Kirchen und ihren Praktiken selbst.
Ich glaube aber, dass sie zurzeit trotzdem eine relativ positive Rolle spielen.

[2] Ich habe die überlieferten Aussagen von Jesus hinter das Kriterium der Liebe gesetzt. Begründung:
Selbst die Jünger Jesu waren keineswegs immer im heiligen Geist, sondern machten Dinge, die eklatant gegen diesen verstießen. (Z.B. Petrus, der so hartherzig mit Ananias und dessen Frau Saphira umging, dass beide starben, nur weil sie „etwas vom Geld“ das sie der Gemeinde geben sollten, zurückbehalten hatten, Apg 5,1–11). Deshalb werden die Jünger und ihre Nachfolger manches, was Jesus übermittelte, nicht unbedingt in diesem Geist der Nachwelt übermittelt haben, sodass man den Bibelstellen gegenüber skeptisch sein sollte, von denen man den Eindruck hat, dass sie nicht dem Geist der Liebe entsprechen. Wobei der „Geist der Liebe“ keineswegs nur ein bequemer ist!

[3] Selbst abwertende Äußerungen von Paulus über die Frauen wie „Das Weib schweige in der Kirche“ oder über die „Werke des Fleisches“, die den, der sie tut, nicht in den Himmel kommen lässt (Gal 5,19ff;  Rö 1 28ff; Tit 1,10ff), die nicht dem Geiste Jesus entsprechen und viel Schaden angerichtet haben, wagt man nicht aus der Bibel zu entfernen oder sie als fragwürdig zu kennzeichnen. (STW: Verbalinspiration, Irrtumslosigkeit der Bibel).


Persönliches Erleben

    Vor einigen Jahren besuchte ich mit meiner Frau die Ordensgemeinschaft Taize´ in Frankreich, weil ich mich in einer persönlichen Krise befand. Damals lebte der Prior Frère Roger noch. Unsere Kinder waren auch schon dort gewesen und begeistert zurückgekommen. In den Sommermonaten treffen sich in Taize i.d.R. Tausende Jugendliche aus vielen Ländern, um gemeinsam fröhlich zu sein , zu singen und zu beten. Mir aber war nicht danach, fröhlich zu sein. Ich war depressiv und ängstlich und voller Selbstzweifel.
In meiner Not bat ich einen der Ordensbrüder, mich zu segnen, obwohl mir das eher ungewohnt war.
Der Bruder fragte mich nur nach meinem Namen, nach nichts weiter. Ich nannte ihm meinen Namen.
Dann geschah etwas Wunderbares: Er drückte mir mit aller Kraft ein Kreuzeszeichen auf die Stirn, das ich wie einen Siegel empfand, und sagte: „Gott wird dich immer lieben!"
Das durchfuhr mich wie ein Blitz. Ich musste weinen, aber es waren keine traurigen, sondern befreiende Tränen.
Später wurde mir klar, mit welcher Vorbedingungslosigkeit ich diesen absoluten Zuspruch bekommen hatte. Nur mein Wunsch, einen Segen zu bekommen, hatte ausgereicht. Ich wurde nicht gefragt, ob oder welcher Konfession ich angehörte, ob ich vorher zu Beichte gegangen war, ob ich meine Kirchensteuern auch bezahlt hätte. Es war egal, wer ich war. Egal, ob ich in den Knast gehörte oder nicht, egal ob ich gesund oder krank, Homosexueller oder Heterosexueller, Schwarzer oder Weißer, ja sogar egal, ob ich ein guter oder böser Mensch war. Mein Wunsch alleine genügte für den Segen.
Ich glaube, dass wir eine solche vorbedingungslose und weitgehende Zusage nur von Gott, aber von keiner anderen Religion und von keinem Menschen bekommen können.

Zum Verlauf psychischer Krankheiten

Ausgangspunkt für das Entstehen seelischer Erkrankungen ist i.d.R. die Etablierung fremder Absolutheiten (FA).
Nach einer Fehlverabsolutierung wird der Betreffende vom neuen fremden Absoluten (FA) solange gestärkt, solange er dessen Anforderungen erfüllt. Dabei hat die Erfüllung der "Wünsche" des FA Vorrang. Ist das FA befriedigt, gibt es der Person das übriggebliebene Positive ab. Einerseits ist dieses Positive eher ein Ersatzpositives, das die Person zwar pusht, aber nie ganz sättigt, sondern eher noch mehr Hunger macht - andererseits muss die Person, um das Ersatzpositive vom FA zu bekommen, immer mehr von ihrer Substanz opfern. Deshalb kommt es neben der Ersatzbefriedigung zunehmend und meist unbewusst zu negativen, v.a. aggressiven Tendenzen, die eigentlich dem fremden kostspieligen Absoluten gelten, dieses aber nicht direkt angreifen, da es für die Person eben absolute Bedeutung hat und unbedingt notwendig erscheint, so dass die Person diese zerstörerischen Tendenzen gegen sich selber richtet (seltener nach außen). Zwar erreicht sie dadurch indirekt auch eine Entmachtung des immer negativer erlebten fremden Absoluten, allerdings um den Preis einer partiellen Selbstaufgabe, meist in Form von Krankheit.
Die Person kann als Notlösung die FA dadurch entmachten oder töten, indem sie sich selbst zuerst entmachtet oder gar tötet. Mancher Selbstmord ist in diesem tragischen Kampf der Kulminationspunkt: Zuerst muss ich sterben, um Es mit in den Tod zu reißen. So gehen Schwächung oder Tod des Ichs der Schwächung oder dem Tod der FA voraus, denn solange das FA absolut genommen wird, sitzt es am längeren Hebel. Oder der Betreffende findet die eigentliche Lösung. Sie besteht letztlich nicht darin, dass ich alle FA selbst entmachte, sondern von Gott entmachten lasse. M.a.W.: Nicht in dem eigenen Sieg der Person über in die FA/Es besteht die eigentliche Lösung, sondern darin, dass sich der Mensch in seiner Abhängigkeit diesem Gott anvertraut, in dem Wissen, dass Gott starker als alle irdischen Gebundenheiten ist - und diese aus dieser Perspektive nur noch eine relative Bedeutung haben.

(Dazu mehr in der angegebenen anderen Net-Adresse www.metapsychologie-psychologie.de

Hinweise und PDF-angebot

Erste Veröfentlichung: 2012. Letzte Änderung: 08.09.2016.
Für Rückmeldungen über Mail bin ich dankbar. 
An:
torsten.oettinger@yahoo.de
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